Angaben zur Identifikation |
Titel: | BMW 4 (Berliner Mission Ethnologische Sammlung) |
Entstehungszeitraum: | ca. 1838 - ca. 1945 |
Stufe: | Bestand |
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Angaben zu Inhalt und Struktur |
Bestandsbeschreibung: | Die ethnologische Sammlung (BMW 4) nimmt eine Sonderstellung unter den anderen im ELAB deponierten Beständen ein.
Es handelt sich um Gegenstände, die aus den verschiedenen Missionsstationen und Missionsgebieten der Berliner Missionsgesellschaft (jetzt: Berliner Missionswerk) durch die Missionare und ihre Familien in die Heimat mitgebracht wurden, um das Leben im Missionsgebiet zu dokumentieren.
Da ein Archiv normalerweise nur schriftliche Überlieferungen lagert, setzte die Vorbereitung der Bearbeitung dieses Bestandes eine besondere Herausforderung dar.
Kisten und Kartons, die eigentlich für genormte Papiergrößen gefertigt wurden, mussten den verschiedensten Objektgrößen und -formen angepasst werden. Für manche Objekte mussten sehr individuelle Verpackungsmaßnahmen gewählt werden, die dennoch den Archivstandards für Verpackungsanforderungen entsprechen.
Alle Stücke wurden während der Erschließung, so gut es ging, gereinigt, abfotografiert und z.T. in Juweliervlies gehüllt in die Kartons gebettet. Eine chronologische Ablage war auf Grund der verschiedenen Formen, Werkstoffe u.ä. oftmals nicht möglich.
Es musste also auch eine spezielle Lagerungsliste für die ethnologische Sammlung geschaffen werden, um den Magazinern die Auffindung und Aushebung der Objekte so einfach wie möglich zu gestalten. Daher müssen die Nutzer des Bestandes BMW 4 an dieser Stelle um Geduld bei der Vorlage der Objekte gebeten werden, da der Aushebungsprozess länger als bei Papierakten dauern kann.
Die Fotos der Objekte wurden in PDF-As umgewandelt und an die Datensätze angehängt. Sie können unter https://kab.scopearchiv.ch im Bestand BMW 4 eingesehen werden.
Als die ethnologische Sammlung ans ELAB übergeben wurde, lag sie zunächst in Kartons verpackt im Kellermagazin des Archivgebäudes. Im Zuge einer ersten Serie von Fotos wurden bestimmte artgleiche Objekte in Kisten zusammengefasst, die Objekte dabei aber noch nicht schutzverpackt, sondern durcheinandergelegt wieder reponiert. Die im Rahmen dieser Fotoserien entstandenen Bilder konnten bei der jetzigen Überarbeitung nur als Referenzen zum Auffinden der Einzelstücke genutzt werden.
Sollten Stücke später durch Forscher anders betitelt werden oder von ihrer Bedeutung her anders zugeordnet werden müssen, so muss man es als verspätete Nacharbeit an dieser für unser Haus so besonderen Sammlung werten. Leider gibt es im Bestand BMW 1 (Akten des BMW) keine Liste mit Beschreibungen der Stücke bzw. ihrer eindeutigen Herkunft.
Auch kann es im Zuge der Erschließung durchaus passiert sein, dass manche Objekte ähnlicher Machart in verschiedenen Klassifikationspunkten erfasst wurden. Auch hier gilt, dass die Zuordnung der Stücke nicht in Stein gemeißelt ist und ein Forscher den zuständigen Archivar gerne auf die Fehlinformation bzw. Missinterpretation hinweisen darf.
Aufgrund der Verzeichnung nach dem Bärschen Prinzip sind an einigen Stellen im Bestand Objekte gleicher Art zu Konvoluten zusammengefasst worden, die an anderen Stellen z.T. als Einzelstücke erschlossen wurden. Dies ist auch z.T. der alten Aufbewahrungsform der verschiedenen Stücke geschuldet.
Die ethnologische Sammlung des BMW umfasst 906 Signaturen und ist in zwei große Themenbereiche aufgeteilt. Der erste Bereich befasst sich mit China (bzw. Asien allgemein), der zweite Bereich Afrika. Über die chinesischen Stücke war gemeinhin, insbesondere ihre Herkunft betreffend, mehr in Erfahrung zu bringen. Einige Gegenstände aus China stammen aus dem Nachlass der Missionsschwester Käte Welker und sind entsprechend gekennzeichnet. Bei vielen Stücken aus Afrika ist die genaue regionale Zuordnung nicht möglich.
Die Klassifikation des Bestandes BMW 4 wurde zunächst nach den Themenbereichen Afrika und China angelegt und mit zahlreichen Unterpunkten belegt. Diese feingliedrige Struktur erwies sich als zu fehleranfällig. Eine neue/flachere Klassifikationsstruktur nach Themenschwerpunkten, die in Untergruppen (Afrika, China, „Nicht zweifelsfrei zuzuordnen“) aufgeteilt wurde, erwies sich als bessere Möglichkeit der Zuordnung. Die Objekte wurden daraufhin, so gut es möglich war, dieser Klassifikation zugeordnet, was sich (s.o.) bei manchen (insbesondere afrikanischen) Stücken als schwierig erwies.
Über das Findbuch bzw. über die Online-Recherche (https://kab.scopearchiv.ch) sind alle Stücke recherchierbar. Eine Sperrfrist liegt nicht vor, da alle Stücke im späten 19. bzw. frühen 20. Jahrhundert nach Berlin gekommen sind.
Ein großer Dank sei hier posthum auch Herrn Thomas Schneemelcher († 2020) gesagt, dessen ehrenamtliche Aufarbeitung der Sammlung den Grundstock für die Erschließung des Bestandes BMW 4 legte. Herr Schneemelcher, der eigentlich beruflich aus der Museologie stammte, war bereits pensioniert, als er sich der Sammlung annahm.
Er fotografierte auch die ersten Stücke der Sammlung ab und konnte der Erschließung eine ganz andere Tiefe geben, als es für den später verzeichnenden Archivar möglich war. Dem ist der merkbare Wechsel der Verzeichnungsstile ab etwa Signatur BMW 4/300 geschuldet. Ohne Herrn Schneemelchers gründliche Arbeit zu Beginn der Erschließung wäre die Durchführung dieses Projektes in seiner jetzigen Form nicht möglich gewesen! Ein weiterer großer Dank geht an Bruder Victor Chambi (OSB). Bruder Victor stammt aus Afrika und konnte einige der Hölzer und Gewächse in der Sammlung bestimmen.
Viele der hier verzeichneten Gegenstände sind, eingebunden in ihren alltäglichen Gebrauch, auch in den Bildern des Bestandes BMW 2 (Fotosammlung des BMW) zu finden. Eine weiterführende Forschung an den Bildern kann als Ergänzung zu den Objekten der ethnologischen Sammlung nur empfohlen werden.
Mit der Sammlung BMW 12 befindet sich eine weitere kleine ethnologische Sammlung des Missionars Carl Jauer im ELAB. Viele der dort verzeichneten Objekte sind ebenfalls in ähnlicher Form hier in BMW 4 zu finden.
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Findbuches befinden sich einige Stücke der ethnologischen Sammlung als Leihgaben in der Ausstellung im Missionshaus (Georgenkirchstraße 69). Sie werden nicht im ELAB vorgelegt, sondern müssen in der Ausstellung besichtigt werden. Sie sind im Findbuch gesondert markiert.
Aufgrund der mehrfachen Überarbeitung des Bestandes sind die Signaturen 193 und 194 im Zuge der Neuverzeichnung durchs Raster gefallen. Sie sind nicht belegt worden und sind daher als Signaturen nicht mehr vergeben. |
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Dateien |
Dateien: | - Findbuch BMW 4 20210317.pdf
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Benutzung |
Erforderliche Bewilligung: | Keine |
Physische Benützbarkeit: | Uneingeschränkt |
Zugänglichkeit: | Öffentlich |
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URL für diese Verz.-Einheit |
URL: | http://kab.scopearchiv.ch/detail.aspx?ID=385936 |
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